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Allgemeines:
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Die
Rassebezeichnung des Australian Shepherd ist reichlich
irreführend: So ist das Ursprungsland die USA und das
Spezialgebiet das Hüten von Rindern. Letzteres führt
dazu, dass Aussies keine Anfängerhunde sind, da
Hütehunde für die Arbeit an Rindern eine
gehörige Portion Durchsetzungsvermögen brauchen.
Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen der Aussie als idealer, unkomplizierter
Familienhund angepriesen wird, denn das entspricht nicht den
ursprünglichen Anforderungen an diese Rasse. Es mag
mittlerweile einige Aussies geben, die ein Leben als
'Mitläufer' zufrieden stellt, aber alle, die diese Rasse
wirklich schätzen, müssen dafür
kämpfen, dass solche Hunde nicht zum neuen Zuchtziel werden!!!
Unterbeschäftigte Aussies können eine Katastrophe
sein und damit ist nicht (nur) die körperliche sondern auch
die geistige Beschäftigung gemeint!
Immer wieder kommt auch die
Frage auf, was denn eigentlich der Unterschied zwischen dem Aussie und
dem Border Collie ist, welche Rasse leichtführiger und
unkomplizierter ist. Zu diesem Thema hat Isabelle Becker einen
ausführlichen und informativen Artikel auf ihrer Homepage
veröffentlicht, den Sie hier finden:

Wenn Sie sich für
einen Aussie interessieren, schauen Sie bitte auch immer mal wieder auf
die Homepage von 'Notaussies', den Link finden Sie auf meiner Liste!
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Zuchtverbände:
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In
Deutschland gibt es einen FCI-/VDH-anerkannten, zuchtbuchführenden
Rassezuchtverband, der sich um den
Australian Shepherd kümmert: den Club für Australian
Shepherd
Deutschland e. V. (CASD). Daneben gibt es noch den Australian Shepherd
Club
Deutschland (ASCD), einen Unterverband des Australian Shepherd Club of
America (ASCA) und neuerdings die Australian Shepherd Hütehunde
ZuchtGemeinschaft e. V. (ASHZG). Auf den Homepages der Verbände finden Sie
den jeweils gültigen Rassestandard (ASCA-Standard vs. FCI-Standard), der sich
geringfügig unterscheidet.
Der ASCD ist ein
Unterverband des ASCA und stellt - wie der Mutterverband in den USA -
den Löwenanteil der hierzulande gezüchteten Aussies.
Der CASD ist vom VDH anerkannt und damit von der FCI, das amerikanische
Pendant ist der American Kennel Club (AKC). Für die ASHZG
läuft derzeit der
Aufnahmeantrag beim VDH. Erklärtes Ziel dieses neuen
Rassezuchtverbandes ist es, den Australian Shepherd in seiner
ursprünglichen Vielfalt zu bewahren - ein Schwerpunkt ist
dabei die Erhaltung und Förderung
der Arbeitseigenschaften. Mehr Infos zur ASHZG gibt es hier: Australian Shepherd Hütehunde ZuchtGemeinschaft.
Seit einiger Zeit ist es auch in
Deutschland
möglich, eine Doppelregistrierung zu bekommen, d. h.
für einen im VDH gezüchteten Aussie können
sowohl Papiere vom CASD (VDH) als auch vom ASCA ausgestellt werden.
Allerdings heißt das nicht, dass einem VDH-gezogenen Aussie
damit das Zuchtpotential des ASCA offen steht, wie dies beispielsweise
bei den Doppelregistrierungen in den USA (AKC + ASCA) der Fall ist. Die
deutsche Doppelregistrierung ermöglicht es im VDH gezogenen
Hunden lediglich, an ASCA-Ausstellungen und bei
ASCA-Sportveranstaltungen teilzunehmen, sowie die Nachzucht wiederum
doppelt registrieren zu lassen (sofern der Deckpartner ebenfalls
ASCA-Papiere hat). Züchterisch muss man
sich nach wie vor für einen Verband entscheiden.
Aussie-Interessenten
sollten sich darüber klar sein, dass Australian Shepherds mit
ASCA-Papieren vom VDH nicht als Rassehunde anerkannt werden, sondern
als Mischlinge gelten. Dadurch dürfen diese Hunde nur auf
nationaler Ebene an Hundesportwettkämpfen
teilnehmen. Wissenswert ist überdies, dass alle Australian
Shepherds, die
kein vollständiges 3-Generationen-FCI-Pedigree vorweisen
können, Registerpapiere bekommen. Das gilt unabhängig
vom Geburtsort und von den Papieren, die sie ggf. von dort mitbekommen.
Erfreulicher Weise hat die FCI die "3-Generationen-Regelung"
für die Teilnahme an internationalen Sportveranstaltungen
(weitgehend) abgeschafft! Neuerdings dürfen nun auch Hunde mit Registerpapieren - das gilt
somit auch für Aussies, die phänotypisiert sind, d. h.
deren Registrierung vom ASCA in den VDH übertragen wurde
- sowie die Nachzucht bzw.
Nachkommen aus phänotypisierten Elterntieren an internationalen Wettkämpfen teilnehmen! Entgegen manch irrigem Gerücht sind Phänotypisierungen übrigens nach wie vor möglich!
Neben
den sportlichen Aspekten gibt es weitere Unterschiede zwischen den
Verbänden. Im ASCA wurde die Aussiezucht schon seit 1957
planmäßig verfolgt, eine Anerkennung der Rasse durch
die FCI erfolgte erst 1996. Dadurch unterscheidet sich das
Zuchtpotential natürlich gewaltig. Allerdings werden die
Mehrzahl der ASCA-registrierten Hunde im Ausland auch bei den
entsprechenden FCI-Verbänden eingetragen, so dass
grundsätzlich ein entsprechender Genpool außerhalb
der Grenzen Deutschlands auch den VDH-Züchtern zur Verfügung steht.
Erfreulicher Weise werden auch nach wie vor permanent Hunde aus dem
Ausland für die deutsche Zucht importiert und immer mal wieder
wechselt ein ASCD-Züchter in den VDH.
Der Hauptvorteil des VDH ist die Kontrolle der Züchter, die
zwar keine Garantie darstellt, aber Manipulationen erschwert. Die
Zuchtstätten werden kontrolliert, die Züchter
müssen einige Rahmenbedinungen erfüllen, die durch Zuchtwarte überwacht
werden. Der Zuchtwart stellt z. B. zunächst fest, ob eine
Zuchtstätte überhaupt für die Aufzucht von
Welpen geeignet ist und er beurteilt die Haltung und den Zustand der
Hunde. Neben der Zwingerabnahme muss der Züchter für
seine Zuchthunde die offizielle Zuchtzulassung erhalten, erst dann darf
er züchterisch tätig werden. Die Würfe
werden außerdem 2 x vor der Abgabe an die
Welpenkäufer vom Zuchtwart kontrolliert. Er prüft
dabei die Sauberkeit, Umfeldbedingungen, den Zustand der
Mutterhündin, ob die Welpen entwurmt, geimpft, gechipt und
augenuntersucht wurden, ob die Welpen gut sozialisiert sind und ob sie
evtentuelle zuchtausschließende Fehler wie Fehlzeichnungen oder
Fehlfarben haben. Der Welpenkäufer erhält
darüber ein Abnahmeprotokoll. Beim ASCD ist es lediglich
notwendig, dass Züchter die Ergebnisse der Elterntiere von der
Augen- und Hüftuntersuchung vorlegen, außerdem ist
seit Januar 2004 ein DNA-Nachweis für alle Zuchttiere
vorgeschieben - letzteres gilt ab 01.01.2011 auch für die Registrierung beim ASCA.
Kurioser Weise erfolgt im
CASD die Auswahl der Zuchthunde fast ausschließlich nach
optischen Gesichtspunkten. Hunde, die zur Zucht zugelassen werden,
müssen neben jährlichen Augenuntersuchungen
HD-geröngt sein und bei einer Körung vorgestellt
werden. Bei diesen Körveranstaltungen entscheidet ein Richter
über die züchterische Verwendung von Hunden einer
Rasse, die er selbst weder züchtet noch besitzt - dass das
ganz gehörig daneben gehen kann, liegt auf der Hand, zumal
diese Richter oftmals eine recht eigenwillige Interpretation des
Standards vertreten, bzw. diesen nicht wirklich kennen. Diese
Zuchtpolitik ist sehr bedenklich, da es sich beim Australian Shepherd um
eine Arbeitsrasse handelt -
gemäß FCI-Standard um einen Hüte- und
Wachhund. Auch wenn züchterisch zwischen Arbeits- und
Showlinien unterschieden wird, müsste es im Interesse und in
der Verantwortung des Rassezuchtverbandes liegen, die unterschiedlichen
Typen zu fördern und zu erhalten, eine Selektion nach rein
optischen Kriterien ist hierzu aber definitiv ungeeignet.
Ganz
hübsch ist auch die Idee vom VDH, den Absatz von Welpen durch
die Vergabe eines "Gütesiegels" etwas anzukurbeln. Vielleicht
haben Sie die Züchterplakette schon auf ein paar
Züchterseiten erspäht? Da stellt sich doch die Frage,
nach welchen Kriterien dieses "Gütesiegel" vergeben wird.
Vielleicht haben Sie schon von dem "Goldenen Gütesiegel des
SKG" gehört, das in der Schweiz an besonders engagierte
Züchter vergeben wird, die "auf der Basis tiergerechter
Haltung und liebevoller Bertreuung bestrebt sind, Hunde ohne Erbdefekte
zu züchten"? Mit diesem Qualitätszertifikat werden in
der Schweiz Züchter jährlich neu ausgezeichnet, die
diese Voraussetzungen erfüllen, sich laufend weiterbilden und
sich somit positiv vom Durchschnitt abheben. Außer der
jährlichen Erneuerung hat das VDH-Emblem damit keinerlei
Gemeinsamkeiten. Das Gütesiegel "Züchter im VDH" ist
für 35,00 Euro käuflich zu erwerben und bietet dem
Züchter ein paar Vorteile, z. B. bekommt er eine "Plakette
für die Zuchtstätte & eine hochwertige
Urkunde", außerdem kann er unter anderem ein paar Euro
Meldegebühren für bestimmte Ausstellungen sparen,
bekommt Anzeigen günstiger und ähnliches. Und was hat
der Welpenkäufer davon, bei einem derart "ausgezeichneten"
Züchter zu kaufen? Eigentlich nichts, außer der
Gewissheit, (gelinde gesagt) leicht manipulierbar zu sein und der
Möglichkeit - unter bestimmten Voraussetzungen - seinen Welpen
3 Monate beitragsfrei haftpflichtversichern zu können.
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Gesundheit -
genetisch bedingte Erkrankungen:
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Leider
kann man beim Australian Shepherd nicht von einer besonders gesunden
Rasse sprechen. Pedigrees verraten dem Eingeweihten sehr viel
über die genetische Disposition der Nachkommen. Eine
unschätzbare Hilfe ist das Australian Shepherd Health
& Genetic Institute (ASHGI) von C. A. Sharp in den USA. Hier
bekommt man kostenlos - allerdings mit viel Geduld - eine Auswertung
der Risiken für diverse erblich bedingte Krankheiten seines
Aussies. Diese Auswertungen sind natürlich nur so gut, wie der
Input, so dass jeder Australian Shepherd-Halter weltweit dazu
aufgefordert ist, sämtliche gene-tischen Probleme, die er bei
seinem Hund feststellt, dem ASHGI zu melden! Dadurch, dass
ständig Daten gesammelt werden, verlieren die Auswertungen
natürlich mit der Zeit ihre Aktualität und
müssen erneut angefordert werden.
Genetiker wünschen sich übrigens einen
Inzuchtkoeffizienten (COI) von unter 6 %. Bei Rassehunden liegt der COI
durchschnittlich um die 12 %, beim Aussie bei 14 %.
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10 Steps to a Healthier Australian
Shepherd Breed
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Dieses Programm wurde vom
ASHGI ins Leben gerufen, um die Gesundheit der Australian Shepherds zu
verbessern. Es handelt sich um eine Art "Ehrenkodex", dem sich
Züchter und Aussieliebhaber anschließen
können. Wer das Programm unterstützt, ist berechtigt,
neben-stehendes Logo zu verwenden. Eine Liste aller
Unterstützer ist auf der Seite der Toby's
Foundation veröffentlicht (siehe auch 'Links').
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Es ist mir bewusst,
dass genetische Krankheiten eine altbekannte Tatsache in der Australian
Shepherd-Zucht sind. Nur durch offene und ehrliche Kommunikation und
das Teilen von fundierten Informationen können wir, die
Züchter und Liebhaber dieser Rasse, die allgemeine genetische
Gesundheit verbessern und die Häufigkeit genetischer
Krankheiten in der von uns geliebten Rasse deutlich verringern.
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Ich
unterstütze die offene Enthüllung aller
Gesundheitsaspekte, die den Australian Shepherd betreffen, indem ich -
wann immer möglich - öffentliche Registrierzentralen
über die Gesundheitsaspekte von Hunden in meinem Heimatland
nutze.
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Ich gebe
öffentlich alle sich in meinem Wissen befindlichen
Informationen über die Gesundheitsprobleme weiter, die von
meinen Hunden und deren Abkömmlingen produziert wurden, sowie
von Gesundheitsproblemen, bei denen signifikante Riskien bestehen
könnten.
-
Sobald ich
Informationen über eine neue genetische Problematik im
Zusammenhang mit meinen Hunden oder mit Hunden aus meiner Zucht
erfahre, werde ich mein Bestes tun, die Käufer/Besitzer der
Hunde, die mit dem erkrankten Hund verwandt sind, zu informieren.
-
Ich
unterstütze und helfe anderen Züchtern bei ihren
Bemühungen, Ergebnisse zu veröffentlichen.
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Ich rede nicht
schlecht von einem Züchter oder Zuchtprogramm, das einen
betroffenen Australian Shepherd produziert hat.
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Ich
unterstütze und helfe Besitzern von betroffenen Hunden mit
Anteilnahme beim Sammeln von Informationen über die
genetischen Krankheiten, die ihre Hunde betreffen.
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Ich
unterstütze Forschungsprogramme über genetische
Krankheiten beim Australian Shepherd, stelle biologische Proben der
Hunde in oder aus meiner Zucht zur Verfügung wenn dies
möglich ist und sie für das Forschungsprogramm
verwendbar sind. Ich ermutige andere, dies auch zu tun.
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Bevor mit ihnen
gezüchtet wird, werden alle meine Hunde einer
DNA-Überprüfung durch ein akkreditiertes Labor
unterzogen und die Resultate öffentlich gemacht, sofern solche
Untersuchungen in meinem Land möglich sind oder bevor meine
Zuchttiere in Länder exportiert werden, in denen
DNA-Überprüfungen möglich sind.
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Ich lasse meine Hunde
von Tierärzten mit entsprechender Qualifikation auf alle
genetischen Krankheiten untersuchen, die auf der ASHGI-Webseite
empfohlen werden. Ich unterstütze die Aufnahme der Ergebnisse
in offen zugängliche Registerdateien und ich werde die
Ergebnisse gleich nach Erhalt melden. Sobald neue Gentests für
Aussies möglich sind, werde ich meine Zuchttiere diesen
unterziehen.
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Mit
dem Fokus auf die Verbesserung der genetischen Gesundheit des Aussies,
ermuntert das "10 Schritte"-Programm die Genauigkeit und Offenheit bei
der Weitergabe von genetischen Informationen zwischen Züchtern
und Besitzern. Die "10 Schritte" zu unterstützen bedeutet
auch, destruktive und unproduktive Geheimniskrämerei und
Tratsch zu unterbinden und erleichtert den freien Fluss von Fakten, die
zu gut informierten Zuchtentscheidungen beitragen.
Auf
der Seite des ASHGI finden Sie Informationen, wie Sie Mitglied des "10
Steps"-Programms werden können.
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Genetische
Erkrankungen
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Hier nun eine (unvollständige)
Übersicht über diverse genetisch bedingte Probleme,
die auch beim Aussie vorkommen können (rassespezifische
Aussagen, stammen vorwiegend von C. A. Sharp):
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Augenkrankheiten:
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Collie
Eye Anomalie (CEA) / Choroidal Hypoplasia (CH):
Hierbei handelt es sich um eine
weitverbreitete Entwicklungsstörung der Aderhaut bei Collies
und Shelties, die auch beim verwandten Australian Shepherd vorkommen
kann. Bei der CH liegt eine Unterentwicklung (hypoplasia) der
Augengewebeschicht (Aderhaut) vor. Diese sieht fahl und dünn
aus, nahezu transparent, und die Blutgefäße
können in diesen „dünnen“
Regionen leicht erkannt werden. In den weitaus meisten Fällen
sind die klinischen Auswirkungen gering. In Einzelfällen kann
es aber zur Erblindung des betroffenen Tieres im Alter von wenigen
Wochen bis Monaten kommen. Die Veränderung ist bei Welpen im
Alter von 6 bis 8 Wochen am deutlichsten zu erkennen und manifestiert
sich oft nur als hellrote Verfärbung neben der
Sehnervenscheibe. Es kann aber auch zu Missbildungen des Sehnervs,
sogenannten Kolobomen kommen (siehe unten). In schwerwiegenden
Fällen kommt es zu Blutungen und Netzhautablösungen.
Eine Behandlung ist nicht möglich.
Es empfiehlt sich einen DNA-Test machen zu
lassen, wenn in der Verwandtschaft eines Hundes die CEA/CH auftritt.
Der Gentest (siehe Linkliste: Optigen) ist sehr aussagefähig.
Über den Test läßt sich feststellen, ob der
Hund selbst und seine Nachzucht an CEA/CH erkranken können.
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Distichien:
Distichien sind einzelne Härchen,
die aus den Öffnungen der Drüsen an der Lidkante
entspringen, wo es normalerweise keine Haare gibt. Distichien
können die Hornhaut irritieren, weil sie ständig
reizen und im Extremfall eine Hornhaut bis zum Durchbruch
schädigen. Sie sind oft so klein, dass sie mit
bloßem Auge nicht erkannt werden können. Einzelne
Haare nennt man Distichien, eine ganze Reihe von Härchen wird
als "zweite Wimpernreihe" bezeichnet.
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Katarakt
(Grauer Star):
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Wie beim Menschen
unterscheidet man auch bei Hunden zwischen dem Alterskatarakt, der erst
später im Leben auftritt, einem erworbenen Katarakt aufgrund
einer Verletzung und dem ererbten Katarakt, der beim Hund in der Regel
innerhalb der ersten 6 - 7 Lebensjahre auftritt.
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Ungefähr 1/3 aller Aussies tragen
die Gene für Katarakt. Es gibt verschiedenen Arten von
Katarakt (beim Menschen werden 13 Arten unterschieden). Typischerweise
tritt die Linsentrübung bei einem genetisch bedingten Katarakt
auf der Rückseite der Linse auf und verändert sich
zudem sehr schnell. Die Erkrankung tritt in der Regel im Alter zwischen
18 Monaten und 7 Jahren auf. Der Alterskatarakt ist auf einen
natürlichen Alterungsprozess zurückzuführen
und führt zu einer Linsentrübung, die in der Mitte
der Linse beginnt und langsam fortschreitet. Ein Auftreten vor dem 7.
Lebensjahr ist auszuschließen. Eine jährliche
Augenuntersuchung sollte daher bis zm Alter von 9 Jahren obligatorisch
sein. Wird bei einem Hund ein kleiner, punktueller Katarakt
festgestellt, kann dies harmlos sein. Man sollte ein Jahr abwarten und
feststellen, ob Veränderungen auftreten.
Oftmals liest man im Zusammenhang mit
Katarakterkrankungen Bezeichnungen, die für den Laien
irreführend sein können. Üblicherweise
werden Einteilungen bei Katarakterkrankungen nach den folgenden
Kriterien vorgenommen:
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Zeitpunkt
der Entstehung:
Der kongenitale Katarakt ist schon beim
neugeborenen Welpen vorhanden, zumeist aber erst im Alter von 12 Wochen
sichtbar. Zumeist sind beide Augen betroffen. Bei verschiedenen Rassen
kann ein ererbter Defekt Ursache für den kongenitalen Katarakt
sein, in der Regel ist er aber nicht
erblich bedingt.
Der juvenile Katarakt, der
üblicherweise im Zeitraum bis zum Alter von 6 Jahren auftritt
ist vielfach hereditären Ursprungs, d. h. ererbt.
Der senile Katarakt tritt im fortgeschrittenen
Alter des Hundes auf und ist oft Folge oder Begleiterscheinung einer
Nukleosklerose (Linsentrübung).
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Lokalisation
der Trübung:
Der Cataracta totalis betrifft alle
Linsenstrukturen, während der Cataracta partialis nur
auf bestimmte Bereiche der Linse beschränkt ist.
-
Ätiologie
(Ursache):
Hauptkriterium ist die Unterscheidung nach hereditären
(ererbten) und nicht hereditären
Ursachen.
Primär hereditäre
Katarakte stehen in keinem Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. Sie
entwickeln sich in der Regel erst in den ersten Lebensjahren (juvenile
Katarakte) und sind nur in seltenen Fällen angeboren
(kongenital).
Sekundär hereditäre Katarakte
treten oft zusammen oder als Folge von primären erblichen
Augenerkrankungen auf. Charakteristisch ist das kongenitale Auftreten,
d. h. diese Form ist bereits beim Welpen erkennbar.
Sekundäre Kataraktformen
sind nicht erblich bedingt, sondern können durch einen Anzahl
von Ursachen ausgelöst werden. Hierzu zählen
metabolische Einflüsse (Stoffwechselstörungen, z. B.
Diabetes mellitus, Hypokalzämie), toxische Einflüsse,
Ernährungsfehler, Trauma und Strahlung. Der Cataracta
complicata tritt als Begleiterscheinung anderer Augenerkrankungen auf,
die wiederum erblich bedingt sein können, wie beispielsweise
PRA (siehe unten).
-
Reifestadium:
Man unterscheidet zwischen beginnendem, unreifem, reifem und
überreifem Katarakt. Auch für eine Form des
hereditären Katarkats (hereditary cataract mutation) gibt es
inzwischen einen Gentest, dessen Aussagefähigkeit jedoch
aufgrund der vielen verschiedenen Katarkatformen beschränkt
ist.
Für
eine erbliche Form von Katarakt (hereditary cataract) gibt es einen
Gentest (siehe Linkliste: Animal Health Trust). Über den Test
lässt sich feststellen, ob der Hund eine Genmutation
trägt, die er auch vererben kann und die das Risiko, an
Katarakt zu erkranken, erheblich erhöht. Anders, als bei
anderen Erkrankungen, genügt es dabei, dass der Hund
Träger dieser Mutation ist, sie muss also nicht doppelt im
Erbgut enthalten sein.
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Entropium:
Sofern
ein Rollied eine permanente Reizung des Auges verursacht, muss operiert
werden.
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Kolobom:
Von Geburt an fehlt ein Teil des Auges (z.
B. Iris, Linse). Je nach Größe und Art kann dies zu
Einschränkungen des Sehvermögens führen oder auch zu einer Überempfindlichkeit gegenüber hellem Licht.
Die Erkrankung kommt meist einseitig vor, Merles sind häufiger betroffen.
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Progressive
Retina Atrophie (PRA):
Hierbei handelt es sich um einen
degenerierten Augenhintergrund. Die Erkrankung beginnt zuerst mit einer
Nachtblindheit, dann kommt eine Tagblindheit dazu und oft auch noch
Katarakt. Diese Erkrankung ist selten beim Aussie und wird in der Regel
durch Traumen verursacht, eine Vererbung ist eher unwahrscheinlich.
Für eine erbliche Form von PRA (progressive rod-cone
degeneration) gibt es einen Gentest (siehe Linkliste: Optigen), der
sehr aussagefähig ist. Über den Test
läßt sich feststellen, ob der Hund selbst und seine
Nachzucht an prcd-PRA erkranken können.
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Persistierende
Pupillarmembran (PPM) / Membrana Pupillaris Persistens (MPP):
Während der Entwicklung des Auges
vor der Geburt wird die spätere Pupille von einem
pigmentierten Gefässgeflecht überzogen, welches sich
zum Zeitpunkt der Geburt zurückbildet. Bei Welpen, die eben
erst die Augen geöffnet haben, sieht man oft noch feine
Überreste dieses Geflechts. Wenn pigmentierte
Gewebestränge auch noch später sichtbar sind, dann
spricht man von PPM. In der Regel haben sie keine oder nur
geringfügige Auswirkungen auf das Sehvermögen des
Hundes, es sei denn, die Linse ist betroffen.
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Retina Dysplasie:
Im Laufe der Entwicklung der Netzhaut kommt
es hin und wieder zu Störungen. Solche Fehlentwicklungen
können nur kleine Teile der Netzhaut betreffen und sind dann
als Falten erkennbar, die nur geringe Auswirkungen auf das
Sehvermögen haben. Sind jedoch grössere Bezirke
betroffen, können die Sehstörungen erheblich sein.
Eine Behandlung ist nicht möglich. Beim Aussie treten Retina
Dysplasien häufig in Zusammenhang mit der CEA auf - ansonsten
sind sie in der Regel unproblematisch.
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Canine
Multifocale Retinopathie (CMR):
Diese
Krankheit wurde kürzlich erstmalig bei einem Australian Shepherd
diagnostiziert. Bislang war ein Auftreten nur bei einigen Rassen
wie Cane Corso, Mastiff, Pyrenäen Berghund, Coton de Tulear,
Lappländischer Rentierhund
und Perro de Presa Canario bekannt.
Die CMR entwickelt sich sehr früh, in der Regel bereits
vor dem vierten Lebensmonat. Sie äußert sich u. a.
durch Netzhaut-Ablösungen, die als graurosa Flecken sichtbar
werden. Diese Läsionen, die Bläschen ähnlich sind, sind
unterschiedlich groß und verformt und sind sehr gut in beiden
Augen der betroffenen Hunde erkennbar. Einige Bläschen auf der
Netzhaut können sich ohne dauerhafte Folgen zurückbilden,
andere bilden nicht entfernbare Narben. Trotz der starken
Netzhaut-Veränderungen sind Einschränkungen im
Sehvermögen der betroffenen Hunde erst im fortgeschrittenen
Alter zu erwarten.
Es ist eine
vererbbare Krankheit, die offenbar autosomal
rezessiv weitergegeben wird. Sie ist also züchterisch so zu behandeln wie
der MDR1-Defekt. Träger der Krankheit erkranken nicht, nur wenn zwei Kopien
vorliegen, kommt die Krankheit zum
Ausbruch. In Zusammenarbeit mit Optigen wurde ein DNA-Test
entwickelt, der mittlerweile allen Aussie-Besitzern zur Verfügung steht.
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Autoimmunerkrankungen:
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Hierbei handelt es sich um
Überreaktionen des Immunsystems. Beim Australian Shepherd wird
eine Rassenprädisposition für folgende Varianten
beschrieben:
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Diskoider
Lupus Erythematosus (DLE) / Pemphigus Erythematosus (PE):
Die Lupus-Erkrankungen attackieren Zellkerne. Gegen diese werden im
Blut messbare Antikörper gebildet (antinukleäre
Antikörper, ANA). Die gutartige Variante DLE attackiert nur
Zellen einiger spezieller Lokalisationen in der Haut, nämlich
im Bereich des Nasenspiegels/Nasenrückens, seltener im Bereich
der Augenlider. Bei der systemischen Variante (Systemischer Lupus
Erythematosus, SLE) attackiert der Körper hingegen Zellen
verschiedenster Organsysteme (gesamte Haut, Gelenke, Nieren, Lunge,
verschiedenste Blutzellen, etc.), so dass die Symptome entsprechend
vielfältig und gravierend sind und die Erkrankung unbehandelt
schnell zum Tod führen kann.
Beim Pemphigus sind die Reaktionen des Körpers gegen die
Verbindungsstrukturen zwischen Zellen der Haut gerichtet: Bei der mit
Abstand häufigsten Form, dem Pemphigus foliaceus (PF), gegen
die Zellen in der Epidermis, insbesondere im Bereich von Nase,
Nasenrücken, Augenumgebung, Ohren und Pfoten. Beim PE ist der
Bereich von Haut-Schleimhaut-Übergängen (Nase, Augen,
Lefzen, After, Scheide, Präputium) betroffen.
Beim DLE und beim PE sind die ersten Symptome meist ein Pigmentverlust
im Bereich des Nasenspiegels, oft seitlich im Bereich des
Nasenflügels oder an der Nasenscheidewand (seltener der
Lider). Der Krankheitsverlauf ist keineswegs kontinuierlich, so dass
nach einer Besserungen oder einem Stillstand ein plötzliches,
schnelles Fortschreiten der Syptome beobachtet werden kann. Parallel
verliert der Nasenspiegel seine nasale Struktur, d. h., die
Oberfläche wird glatt. Schnell kommt es dann zur Ausbildung
von Krusten und teilweise sehr unangenehmen Blutungen, die durch Niesen
und Kopfschütteln des Hundes verstärkt werden. Auch
Sekundärinfektionen des veränderten Gewebes sind
häufig. Das Allgemeinbefinden ist meist nicht deutlich
gestört. Die Erkrankung wird durch UV-Licht verschlimmert,
wodurch die Symptome bei den meisten Hunden im Sommer besonders schlimm
sind.
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Epilepsie:
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Hierbei
handelt es sich um die schwerwiegendste Krankheit, die beim Australian
Shepherd auftreten kann, dem eigentlichen Hauptproblem in der
Aussie-Zucht. Es wird eindringlich davor gewarnt, Hunde zur Zucht
einzusetzen, deren Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister) von
dieser furchtbaren Erkrankung betroffen sind!
Epilepsie ist eine
Anfallserkrankung, die sich durch Muskelkrämpfe (anhaltende
Muskelanspannungen oder Schüttelkrämpfe)
äußert. Gleichzeitig beobachtet man oft
Bewusstseinsverlust (Ohnmacht), Halluzinationen, Verhaltens- und
Wesensänderungen, Harn- und Kotabsatz sowie
verstärktes Speicheln. Häufig zeigen die am Boden
liegenden Tiere Ruderbewegungen mit ihren Beinen. Der Schweregrad der
Anfälle kann unterschiedlich ausgeprägt sein und die
Dauer der Anfälle kann stark variieren.
Typisch für einen
Anfall ist, dass er plötzlich beginnt. Häufig erkennt
Sie Ihr Tier nicht mehr und ist nicht mehr ansprechbar. Folgende
Anzeichen können einen Anfall ankündigen:
Schwanzbeißen, Fliegenschnappen, Raserei,
Angstzustände o. ä.. Die Anfälle
können sehr unterschiedlich sein, die typische Form
verläuft wie folgt: zu Boden stürzen, der
Körper verkrampft, Gefahr einer Kiefersperre (die zu einer
Verletzung der Zunge führen kann), nach einigen Sekunden bis
Minuten Entwicklung von rhythmische Krämpfen und
Ruderbewegungen, Speichel wird zu Schaum gekaut, Jammern und
Stöhnen, unkontrollierter Kot- und Urinabsatz. Der Anfall
dauert oft nur wenige Minuten, danach lösen sich die
Krämpfe und das Tier liegt ruhig und erhebt sich nach kurzer
Zeit. Häufig ist es benommen und noch nicht wieder
ansprechbar, erholt sich aber schnell. Die Anfälle
können wesentlich schwächer sein, evtl. nur
angedeutet, sie können aber auch wesentlich länger
dauern und zu einem lebensbedrohenden Zustand führen.
Man unterscheidet zwischen
der primären Epilepsie als angeborene Erkrankung und der
sekundären Epilepsie, die in Folge von anderen Erkrankungen
auftritt. Ursache können Infektionserkrankungen,
Organfunktionsstörungen, Gifte, Unfälle/Traumas,
Hirntumore u. a. sein. Fallen die Ursachen - wie z. B. Gift - weg,
hören die Anfälle wieder auf, sofern es nicht bereits zu einer
irreparabelen Schädigung gekommen ist und keine genetische
Disposition für Epilepsie vorliegt.
Um
Verwechslungen ausschließen zu können ist es dringend
ratsam, Aussies auf den MDR1-Defekt testen zu lassen, da epileptische
Anfälle auch bei einer Medikamentenunverträglichkeit
auftreten können. Die Anfälle hören hierbei
allerdings wieder auf, wenn die entsprechenden Medikamente
abgesetzt werden.
Auch
bei der Epilepsie sind verschiedene Gene für die Entstehung
der Erkrankung verantwortlich (BINGO-Prinzip). Womöglich gibt
es auch verschiedene Arten von Epilepsie. Diese Erkenntnis ist sehr
tückisch, denn der Versuch, einen erblich belasteten Hund (z.
B. Träger von „_INGO“), innerhalb der
Linie weiterzuzüchten (keine
„B“-Träger), führt dazu, dass es
durch das fehlende „B“ nicht zum Ausbruch der
Krankheit kommt. Man könnte also den Ausbruch der Krankheit
dadurch verhindern, dass die Erbinformation, die als Auslöser
der Epilepsie fehlt („B“), nicht eingekreuzt wird.
Dies führt schlussendlich allerdings zu einer verdeckten
Weiterverbreitung der für die Epilepsie verantwortlichen
Erbinformationen – eine tickende Zeitbombe, denn irgendwann
muss eine andere Linie eingekreuzt werden, (Inzuchtkoeffizient) und
niemand weiß, welche Komponenten („B“,
„I“, „N“,
„G“ und/oder „O“) dann
hinzukommen. Die Krankheit tritt in der Regel im Alter zwischen 4
Monaten und 7 Jahren - oftmals nach dem 2. Lebensjahr - auf, einen Test
gibt es nicht. Dies kann dazu führen, dass ein Hund bis zum
Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen, bereits exzessiv zur Zucht
eingesetzt wurde. In der Konsequenz müsste der betroffene
Hund, seine Verwandten ersten Grades und die gesamte Nachzucht von
diesen Hunden aus der Zucht genommen werden.
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Gelenkerkrankungen:
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Hüftgelenksdysplasie
(HD):
Bei der HD handelt es sich um eine
Entwicklungsanomalie des Hüftgelenks. Die beiden
gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf
passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel
beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Es werden folgende Grade unterschieden: A1 - A2 (frei), B1 - B2
(Übergangsform), C1 - C2 (leichte HD), D1 - D2 (mittlere HD),
E1 - E2 (schwere HD).
HD wird zweifellos erblich mitbedingt, in
wie weit dies der Fall ist, darüber gibt es unterschiedliche
Ansichten, es wird von etwa 70 % ausgegangen. Sicher ist, dass eine
äußerliche Beeinflussung nicht so stark ist, dass
bei einem genetisch gesunden Hund eine mittlere oder gar schwere HD
auftritt und umgekehrt. Sicher ist auch, dass eine Kombination mehrerer
Erbfaktoren für die Entstehung von HD verantwortlich ist.
Äußere Faktoren, die die Ausprägung der
Fehlbildung der Hüftgelenke mitbestimmen, sind die
Fütterung und der Ernährungszustand sowie eine
übermäßige (Fehl-)Belastung des Welpen und
Junghundes.
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Ellbogendysplasie (ED):
Schwedische
Datenbanken haben deutlich gemacht, dass ED beim Aussie viel weiter
verbreitet ist, als bisher angenommen wurde. Die ED-Rate liegt demnach
fast genauso hoch wie die HD-Rate, wobei fast alle Linien betroffen
sind. Zuchthunde sollte demnach unbedingt ED-geröngt werden!
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Fragmentierter Processus
Coronoideus (FCP) + Osteochondrosis Dissecans (OCD):
Sowohl FCP als auch OCD treten
häufig bei Hunden im Alter von vier bis fünf Monaten
während der Hauptwachstumsphase (selten später) auf.
Untersuchungen in Schweden, Norwegen und England haben ergeben, dass
bei beiden Erkrankungen eine genetische Disposition vorliegt. Durch
eine Anpaarung von Hunden ohne FCP und/oder OCD bzw. ohne Arthrose
konnte die Häufigkeit der Erkrankung deutlich herabgesetzt
werden (ähnlich wie bei der HD). Die betroffenen Tiere sind
zudem häufig übergewichtig. Männliche Tiere,
die in der Regel schneller wachsen, sind häufiger betroffen
als weibliche. Meistens handelt es sich um besonders bewegungsfreudige
Tiere, die früh beansprucht werden (lange
Spaziergänge, Spielen mit älteren Hunden) und
zusätzlich zum bereits reichhaltigen Welpenfutter noch
Mineralstoffzusätze erhalten, wodurch wiederum die
Wachstums-geschwindigkeit beschleunigt wird.
FCP und OCD treten normalerweise an beiden
Vordergliedmaßen auf, so dass es schwierig ist, die Lahmheit
überhaupt zu erkennen. Frühzeitig erkannte,
unkomplizierte OCD-Defekte können durch strikte Ruhe und
Futterumstellung ausheilen. Ansonsten besteht die Möglichkeit
einer operativen Therapie, die ebenfalls möglichst
frühzeitig vorgenommen werden sollte.
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Patella
Luxation:
Hierbei handelt es sich um eine
Funktionsstörung, die dem Ausrenken der Kniescheibe
entspricht. Ursachen: Bänder, Sehnen oder Muskeln an den
Hinterbeinen sind zu schwach; Ober- und Unterschenkelknochen sind nicht
gerade; Rille im Kniegelenk ist zu schmal oder zu flach. Man gliedert
die Schwere der Patella Luxation in 4 verschiedene Grade:
1 (Kniescheibe nur mit manueller Hilfe
herausdrückbar), 2 (Kniescheibe luxierbar + gelegentliches
Herausspringen bei Bewegung, kann manuell wieder
zurückgeschoben werden, renkt sich aber auch durch Bewegung
selbst wieder ein), 3 (Luxation häufig, manuell wieder
einrenkbar, bleibt aber nicht am Platz), 4 (manuelle Hilfe nicht
möglich, Kniescheibe ist dauernd ausgerenkt).
Die Patella Luxation wird durch
Übergewicht des Hundes stark begünstigt! Ein fitter
Hund mit gutem Muskelaufbau und stabilem Bänder- und
Sehnenapparat neigt nicht zu Patella Luxation. Das Geschlecht spielt
grundsätzlich keine Rolle, allerdings haben Hündinnen
während der Läufig- und Trächtigkeit
weichere, elastischere Bänder. Dies ist auf die
veränderte Hormonproduktion während dieser Phase
zurückzuführen. Man sollte also in dieser Zeit nicht
den Status der Patellas überprüfen lassen.
Patella Luxation ist erblich, daher sollten
betroffene Hunde nicht zur Zucht eingesetzt werden. Eine Operation ist
möglich.
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MDR1- Defekt:
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Beim
MDR1-Defekt handelt es sich um eine genetisch bedingte
Funktionsstörung der Blut-Hirn-Schranke. Diese sorgt beim
gesunden Hund dafür, dass für das Hirn toxische
Stoffe nicht aus dem Blut absorbiert werden. Eine defekte
Blut-Hirn-Schranke ist hingegen durchlässig und kann das Hirn
vor schädlichen Stoffen nicht schützen. Hauptprobleme
verursachen dabei Medikamente, allen voran das Antiparasitenmittel
Ivermectin. Welche Medikamente zu neurotoxischen Nebenwirkungen
führen können ist noch längst nicht
abschließend geklärt. Betroffenen Hunderassen sind
Collie, Sheltie, Aussie, Border Collie, Bobtail und ein paar verwandte
Rassen.
Man unterscheidet zwischen
gesunden Tieren (+/+), Merkmalsträgern (+/-) und betroffenen
Tieren (-/-). Merkmalsträger können den Defekt
weitervererben, sind selbst aber nicht so gefährdet, wie
betroffene Tiere. Aktuellen Zahlen zufolge sind ca. 30 % der Aussies
Merkmalsträger oder betroffen (beim Collie sind es 76 %!). Die
Vererbung erfolgt nach dem mendelschen Prinzip, weshalb eine Ausmerzung
durch züchterische Selektion beim Aussie momentan noch
problemlos möglich wäre, leider konnten sich die
Zuchtverbände bislang nicht zu entsprechenden
Maßnahmen entschließen. Wichtig ist, dass alle
Hunde getestet werden, da ein betroffener Hund bei normaler,
hierzulande üblicher Medikation sterben kann und viele
Tierärzte nicht entsprechend informiert sind!
Außerdem kann es zu Verwechslungen mit Epilepsie kommen,
wobei davon augegangen wird, dass die Symptome beim MDR1-Defekt nach
Absetzen des auslösenden Stoffes wieder verschwinden, d. h.
dass keine dauerhafte epileptische Erkrankung durch den MDR1-Defekt
ausgelöst wird. Betroffene Hunde (-/-) und
Merkmalsträger (+/-) sollten deshalb ausschließlich
mit freien Hunden (+/+) verpaart werden. Genau wie bei betroffenen
Hunden sollte man auch Merkmalsträgern keine Medikamente
verabreichen, die als problematisch gelten. Es empfiehlt sich eine
entsprechende Liste in den Impfpass zu kleben und immer
mitzuführen. Außerdem muss der behandelnde Tierarzt
unbedingt über den Status des Hundes informiert werden!
Hier eine Liste von
Medikamenten, die zu Probelmen führen bzw. führen
könnten, wobei es sich nicht um eine abschließende
Aufzählung handelt:
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Ivermectin
- Antiparasitikum (Diapec, Ecomectin, Equimax, Eqvalan,
Ivomec, Noromectin, Paramectin, Qualimec, Sumex, Virbamec)
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Doramectin
- Antiparasitikum (Dectomax)
-
Moxidectin
- Antiparasitikum (Cydectin, Equest, Advocate)
-
Achtung: Nach
Möglichkeit Selamectin
(Stronghold) und Milbemycinoxim
(Milbemax) nicht anwenden - wenn dann nur in der zugelassenen Art und
Dosierung!
- Loperamid - Antidiarrholikum
(Imodium)
-
Zytostatika
- Krebsmedikamente: Vinblastin, Vincristin,
Doxorubicin, Paclitaxel, Docetaxel, Methotrextat, Mitoxantrone,
Etoposide u. a.
- Immunsuppressiva:
Cyclosporin A
- Herzglykoside - Herzmedikamente:
Digoxin, Methyldigoxin u. a.
- Opioide - Schmerzmittel:
Morphin, Butorphanol, Fentanyl u. a.
- Antiarrhythmika - Mittel gegen
Herzrhthmusstörungen: Verapamil, Diltiazem,
Chinidin, Quinidine
- Antiemetika - Antibrechmittel:
Ondansetron, Domperidon
- Antibiotika:
Grepafloxacin, Sparfloxacin, Rifampicin
- Antiallergikum:
Ebastin
- Beruhigungsmittel:
Acepromazine
- Glucocorticoid:
Dexamethason
Keine
Narkosemittel verwenden, die Acepromazine oder Butorphanol enthalten!!!
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Sonstiges:
Maligne Hyperthermie (MH):
Diese vererbte Erkrankung
ist nicht aussiespezifisch sondern kann bei Hunden aller Rassen
auftreten. Es handelt sich dabei um eine Fehlfunktion des
Skelettmuskels, welche sich in einer Auflösung von Muskelfasern,
generalisierten Krämpfen der Skelettmuskulatur,
Herzrhythmusstörungen und Nierenfehlfunktionen äußert.
Ausgelöst wird diese Erkrankung durch die Verabreichung von
Inhalationsnarkotika und Muskelrelaxantien. Werden die eingesetzten
Narkosemedikamente nicht sofort abgesetzt, kommt es zur Schädigung
von Nerven-, Leber- und Nierengewebe sowie zum Tod.
Zumindest in Fällen, in denen in der Verwandtschaft
eines Hundes Fälle von Narkose-Empfindlichkeit oder
-Unverträglichkeit bekannt sind, ist es unbedingt empfehlenswert
einen Gentest auf diese Erkrankung durchzuführen, der ein sehr
zuverlässiges Instrument zur Identifizierung betroffener Tiere
darstellt. Die Erkrankung wird autosomal-dominant vererbt, d. h., es
genügt ein defektes Allel (Merkmalsträger), damit die
lebensbedrohliche Störung auftritt.
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Allergien:
Dabei handelt es sich um eine Fehlsteuerung
des Immunsystems. In wie weit es einer genetischen Disposition bedarf,
um die Krankheit auszulösen, ist unklar. Allergien
können durch vielfältige Faktoren ausgelöst
werden und sich gegen alles mögliche richten, auch die
Symptome sind vielfältig. Häufig treten
Futtermittelallergien auf (was bei der Zusammensetzung der Trocken- und
Dosenfutter nicht weiter verwundert). Einem Hund, der zu Allergien
neigt, sollte man auf jeden Fall kein Getreide füttern.
Weitere allergieauslösende Substanzen sind Hausstaub, Milben,
Schimmelpilze, Pollen, etc..
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Herzerkrankungen:
Ob diese in der Australian Shepherd-Zucht
ein Problem darstellen, wird immer wieder heftig diskutiert.
Tatsächlich gibt es hier in Deutschland einige Fälle
von Herzerkrankungen und bei Verdacht sollte man seinen Hund unbedingt
untersuchen lassen. In wie weit eine rein prophylaktische Untersuchung
Sinn macht, habe ich bisher noch nicht herausfinden können.
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Kryptorchismus/Monorchismus:
Dabei handelt es sich um
Fehl- bzw. Einhodigkeit. Ursache hierfür kann z. B. sein, dass
die Hoden zu groß sind und im Kanal stecken bleiben. Wenn sie
nicht absteigen ist der Hund unfruchtbar und eine Kastration zwingend
notwendig. Wenn nur ein Hoden betroffen ist, sollte ebenfalls kastriert
werden, da das Problem genetisch bedingt ist.
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Krebs:
Krebs ist auch bei Hunden die
Haupttodesursache. Momentan läuft eine Studie beim ASHGI
darüber, in wie weit es sich bei welchen Krebsarten um ein
erbliches bzw. ein erworbenes Problem handelt. Beispielsweise
können Hunde als Passivraucher an Lungenkrebs erkranken, aber
auch Futtermittel und Impfstoffe können für die
Entstehung von Krebs verantwortlich sein. Auffallend ist, dass der
Inzuchtkoeffizient bei jungen Hunden mit Krebs oftmals sehr hoch ist.
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Zahnfehler:
Zahnfehler treten bei einigen Linien relativ
häufig auf. Hauptursache hierfür dürfte der
Trend zu einem kürzeren Fang bei den Showlinien sein, wodurch
das Gebiss nicht mehr genug Platz zur vollständigen
Entwicklung hat. Ein Hund mit bis zu 2 fehlenden Zähnen ist
noch zur Zucht zugelassen.
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Merle-Syndrom:
Werden zwei Merles miteinander verpaart,
kommt es - statistisch gesehen - bei 25 % der Nachkommen zu
gravierenden Gesundheitsstörungen. Neben
übermäßig viel weißem Fell treten
bei diesen Tieren Augendefekte (Blindheit), Ohrendefekte (Taubheit),
Reproduktionsstörungen und/oder eine Beeinträchtigung
des Gleichgewichtssinns auf. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet
solche Verpaarungen!
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Noch
ein Wort zum Natural Bobtail (NBT):
Hierbei handelt es sich
selbstverständlich nicht um eine Erkrankung. Bei Australian
Shepherds können alle möglichen Rutenlängen
vorkommen, man unterscheidet zwischen lang und NBT, worunter jede nicht
volle Länge fällt. In den USA und anderen
Ländern werden die Ruten der neu geborenen Welpen in der Regel
kupiert. Ob man sich mit einer kurzen, halblangen oder langen Rute
anfreundet, ist eine Sache des persönlichen Geschmacks, sollte
aber aufgrund der vorgenannten umfangreichen Gesundheitsprobleme, mit
denen die Rasse zu kämpfen hat, bei der züchterischen
Planung nicht überbewertet werden. Allerdings dürfen
NBTs nicht mit NBTs verpaart werden, da es hierbei unter
Umständen zu Mißbildungen kommen kann (offener
Rücken).
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